Weihnachtsgeschenk auf die Schnelle
Alle Jahre wieder - und jedes Jahr das Gleiche: Weihnachten steht vor der Tür und die Zahl der zu Beschenkenden ist mal wieder größer als die Zahl der vorhandenen Geschenke. Wir zeigen euch, wie ihr kurzfristig noch ein Geschenk hervorzaubern könnt.
Veröffentlicht am 12. Dezember 2004 von Jochen.
Einleitung / Vorbereitung
Da findet man sich nun also wieder in einer Situation, die sich auch dieses Jahr nicht als bloßes Déjà-vu herausstellt. Weihnachten bahnt sich seit einiger Zeit an und der Adventskalender verheißt mit seinen wenigen verbleibenden geschlossenen Türen keine Entspannung. Bringen wir es auf den Punkt: Das eine oder andere Geschenk muss noch her!
Woher also nehmen, wenn nicht stehlen - was sicher keine gute Idee ist. Man mag es bereits erahnen: Selbermachen ist die Lösung. Und zwar mit ein wenig Kreativität und der passenden Idee, und die gibt's hier: ein Unikat in Form einer Uhr mit individueller Note.
Als Ausgangspunkt benötigen wir dazu ein Quarzuhrwerk. Bei Reichelt gibt es ein solches unter der Bestellnummer "QUARZWERK" für 2,55 €, bei IKEA kommt man mit dem Klassiker "RUSCH" oder dem Wecker "SNAJDA" für 1,99 € respektive 0,99 € sogar noch günstiger weg. Jedoch muss erst das Drumherum entfernt werden um das für uns interessante Kernstück zu erhalten. Mit ein wenig Glück findet sich sogar im eigenen Haushalt ein vergessenes Uhrwerk, das nur auf eine Wiederbelebung wartet.
Anschließend brauchen wir etwas Dekoratives, das wir mit dem Uhrwerk kombinieren können, um eine ansehnliche neue Uhr zu erhalten. Dies kann für den geneigten Computerenthusiasten etwa eine CD, eine Grafikkarte, eine CPU oder dergleichen sein. Für die Freundin ist etwas kitschiges in Herzform ein erster Ansatz, für die Familie etwa ein Foto. Hier gibt es mehr als genug Raum, etwas passendes auszusuchen.
Ich hätte mich für einen Nachbau eines Space Invaders in großen Pixelblöcken aus farbigem Tonkarton entschieden, wenn denn nicht bereits einer meine Wand zieren würde. Stattdessen fiel meine Wahl auf eine einsame Floppy mit Commodore-Logo.
Ist der passende Gegenstand gefunden und gegebenenfalls hergestellt, können wir ihn für die Aufnahme des Uhrwerks vorbereiten.
Zusammenbau
Die Zeiger der Uhr sollen sich vor dem von uns gewählten Gegenstand befinden, das Uhrwerk selbst aber dahinter. Folglich müssen wir ein passendes Loch hinein bohren. Es empfiehlt sich, zunächst mit einem kleinen Bohrer vorzubohren und dann entsprechend größere zu verwenden, bis das Loch die gewünschte Größe hat. Ist kein Bohrer ausreichender Größe zur Hand, kann man sich auch mit einer Schlüsselfeile behelfen.
Eine 3,5"-Diskette, wie ich sie verwendet habe, hat auf der Rückseite eine Metallscheibe, die den eigentlichen Datenträger im Inneren führt. Man könnte das Gehäuse vorsichtig öffnen um diese zu entfernen und nicht hindurch bohren zu müssen. Um jedoch keine Beschädigung oder ein schlechtes Resultat beim Zusammenkleben des geöffneten Gehäuses zu riskieren, habe ich mich für das Durchbohren der Metallscheibe entschlossen. Dies kann durch dessen Loch in Form eines gewölbten Quadrats zu Problemen führen, daher bietet sich eine Fixierung sehr an. Die Abrundung mit einer Schlüsselfeile kann das Bohren ebenfalls erleichtern. Abschließend habe ich mit einem Senker überstehende Grate entfernt.
Ist das Loch gebohrt, kann das Uhrwerk hindurch gesteckt und auf der anderen Seite festgeschraubt werden. Ein vorhandener Bügel zur Wandmontage sollte vorher angebracht werden. Je nach Dicke des Gegenstandes können weitere Unterlegscheiben sinnvoll oder gänzlich überflüssig sein. In meinem Fall habe ich die Mutter mit einem wasserfesten Filzstift mit begrenztem Ergebnis blau bemalt, damit sie sich nicht so stark von dem blauen Hintergrund abhebt.
Abschließend werden die Zeiger aufgesetzt, beginnend mit dem Stundenzeiger, dann den Minutenzeiger und zuletzt den Sekundenzeiger. Letzteren könnte man auch abschneiden, so dass man nur die Kappe als Abdeckung belässt. Bei der Neugestaltung der Zeiger in Bezug auf Farbe, Form und Länge oder gar Aufkleben von kleinen Bildchen oder Gegenständen ist hier erneut viel Freiraum für künstlerische Entfaltung gegeben. Und je mehr Mühe man sich macht, desto besser wirkt das Geschenk hoffentlich nachher unter dem Weihnachtsbaum.
So sieht nun mein einfach gehaltenes Endprodukt aus. Angesichts von Material-, Bewegungs- und Zeitaufwand sicherlich so kurz vor Weihnachten eine willkommene Rettung in der Not. Wir wünschen viel Spaß und Kreativität beim Nachbauen!