Flüsterleiser Barebone
Nach unserem Test des SB65G2-Barebone haben wir das System erneut unter unsere Fittiche genommen und sind dabei auf die im Test bemängelten Lärmquellen eingegangen. Dabei haben wir sowohl die Kühlung von CPU und Grafikkarte als auch das störende Netzteil zum Schweigen gebracht.
Veröffentlicht am 04. April 2004 von Moritz.
Einleitung
Nach dem Test des SB65G2-Referenzsystems wollen wir uns in diesem Artikel damit beschäftigen, was möglich ist, um das System leiser zu bekommen und ein paar weitere nützliche Tipps geben.
Hierbei wollen wir möglichst alle Lärmquellen beseitigen. Da dies aber nicht immer erreichbar ist, ist es unser Ziel, zumindest die vorhandenen Lärmquellen leiser zu machen. Dabei beschäftigen wir uns jedoch nicht mit der Frage der passenden Festplatte, wir merken aber an, dass die von uns verbaute Festplatte (Samsung SP1614C) eine der leisesten auf dem Markt ist.
Achtung: Bei Modifikationen am Gehäuse entfällt die Herstellergarantie!
Umbau / Fazit
Zuerst widmen wir uns der Kühlung der CPU: Der mitgelieferte Sunon-Lüfter war für unseren Geschmack etwas laut, deswegen ersetzten wir ihn durch einen Titan-Alu-Fan. Dieser ist mit 24 dBa spezifiziert und laufruhiger als das Modell von Sunon. Das interne Shuttle Power Management regelt den Lüfter abhängig von den Temperaturen (CPU, Chipsatz, Spannungswandler). Dies war uns jedoch immer noch nicht genug, und so setzten wir das kostenlose Tool SpeedFan ein. Es reguliert ebenfalls von den ausgelesenen Temperaturen abhängig den Lüfter. Allerdings hat man die Möglichkeit, selbst die Bedingungen zu bestimmen. Gerade bei Pentium-Systemen bietet sich die Verwendung an, denn durch das sehr schnelle Umschalten der Pentium-4-CPUs in den Leerlauf hat die CPU im Officebetrieb oder beim Surfen eine sehr geringe Wärmeabgabe. Unser auf 3,1 GHz getakteter Pentium 4 2,6GHz hatte im IDLE-Modus eine Temperatur von 34 °C bei 1 % Lüfterleistung eingestellt in SpeedFan (ca. 5 V). Zudem reichten 5 % Lüfterleistung problemlos zum Spielen oder zum Rendern von komplexen Grafiken. Hier wurde die CPU nicht heißer als 52 °C und der Lüfter war noch angenehm leise, wenn auch hörbar.
Bleiben wir aber bei der Kühlung und beschäftigen uns mit dem Netzteil. Hier bedarf es dringend einer Umrüstung der Lüfter, denn die im Netzteil verbauten sind gelinde gesagt eine Katastrophe von der Lautstärke her. Wir entschieden uns, das mitgelieferte Netzteil gegen das 250 W starke "SilentX" von Shuttle zu tauschen. Dieses war im Normalbetrieb angenehm leise und unter Belastung ebenfalls noch ein ordentliches Stück leiser. Ansonsten ist es noch möglich, die internen 40 mm-Lüfter auszutauschen, eine Liste dafür findet man bei BareboneCenter.
Um die Temperatur etwas zu senken empfiehlt es sich, das Lüftergitter an der Rückseite zu entfernen. Hierbei kann man am besten ein Multitool oder Zange einsetzen, denn das Alu ist leicht zu durchtrennen. Die Luft wird dadurch besser abgeführt und somit die CPU-Temperatur im Durchschnitt gesenkt.
Eine weitere kritische Komponente ist der Grafikkartenlüfter. Er ist meist relativ laut und dreht mit hochfrequenten Tönen seine Runden. Hier hilft nur der Einsatz eines anderen Lüfters oder einer Heatpipe. Leider muss man dafür meist Löcher in das Gehäuse schneiden, da die meisten Lüfter die knapp 20 mm zur Seitenwand deutlich überschreiten.
Ein Beispiel hierfür kann man auf den Fotos erkennen. Hier ist eine Zalman ZM80C-Heatpipe verbaut und die Seitenwand mit einem schwarz lackierten Lochblech ausgekleidet. Leider zerstört dies die Kompaktheit und das Cube-Design, also sollte man es sich gut überlegen, ob man einen solch voluminösen Kühlkörper einsetzt. In einigen Foren sind auch schon wassergekühlte Barebones im wahrsten Sinne des Wortes "aufgetaucht". Auch das ist kein Problem, auch wenn es sehr eng zugeht.
Wie man erkennen kann, habe ich ein passendes Loch in den Deckel des Barebones geschnitten, dann in der passenden Größe ein Alulochblech zugeschnitten und in Form gebogen. Damit das schwarze Design nicht zu sehr zerstört wird, habe ich das Lochblech zusätzlich noch mit schwarzem Lack überlackiert.
Fazit
Durch die von uns beschriebenen Umbauten wird auch ein Barebone zu einen Leisetreter bei der Arbeit am PC. Sicherlich wäre eine Wasserkühlung noch leiser, doch den Einbau in einen Barebone sollten nur Experten vornehmen, denn er gestaltet sich um einiges schwieriger, als der Einbau in einen normalen Tower. Unsere Arbeiten (bis auf die Gehäusemodifikationen) sind dagegen auch von weniger erfahrenen Anwendern zu schaffen. Viel Spaß beim Nachbauen!