Grafikkarten Tweaking Guide 2 (nVidia GeForce)
Im ersten Teil unseres Tweaking-Guides kamen die ATi-Nutzer auf ihre Kosten, diesmal sind es die Besitzer einer nVidia-Grafikkarte. In diesem Teil zeigen wir, wie man seine nVidia-Karte sicher und einfach übertaktet um mehr Leistung zu bekommen.
Veröffentlicht am 02. Februar 2004 von Sören.
Einleitung
Bereits vor kurzer Zeit haben wir einen Ratgeber für Grafikkarten von ATi veröffentlich, in welchem wir zunächst auf die grundlegenden Dinge des Übertaktens eingegangen sind. Heute stellen wir euch eine weitere ergänzende Anleitung zur Verfügung. Dieser Artikel baut auf den Grundlagen des ersten Teils auf. Er befasst sich mit dem Übertakten von nVidia-Karten.
Hinweise/benötigte Software
Vorweg möchte ich anmerken, dass wir uns bei den Taktangaben immer an den realen Takt halten. Die meisten Grafikkartenmodelle sind mit DDR- oder DDR-II-Speichern bestückt. Dieser Speicher ist in der Lage, pro Takt doppelt so viele Daten zu übertragen wie "normaler" Speicher, daher geben viele Hersteller den Takt mit einer sogenannten "effektiven Frequenz" an welche sich aus der doppelten realen Frequenz berechnet.
Zum Übertakten von nVidia-Grafikkarten benötigt man Folgendes:
- den aktuellen Detonator (nVidias Referenztreiber)
- ein aufwendigeres 3D-Spiel (in unserem Fall Unreal Tournament 2003)
- eine Grafikkarte mit nVidia-TNT- oder nVidia-GeForce-Chipsatz
Einrichtung der Tools
Als Erstes muss die Overclocking-Kartei des nVidia-Treibers freigeschaltet werden. Alternativ kann man auch ein zusätzliches Overclocking-Tool wie etwa PowerStripe oder den RivaTuner verwenden. Zum Aktivieren der Kartei öffnet man als Erstes die Registry indem man unter Ausführen (Start → Ausführen) den Befehl regedit eingibt.
Nach dem Ausführen des Befehls öffnet sich der Registrierungseditor. Dort begibt man sich zum nVidia-Treiber: HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\NVIDIA Corporation\Global. Hier findet man den Schlüssel (Ordner) NVTweak. Falls dieser noch nicht existieren sollte, muss er erst noch erstellt werden (Neu → Schlüssel → Umbenennen in NVTweak).
Im Schlüssel NVTweak erstellt man dann den DWord-Wert coolbits (Neu → Neuer DWord-Wert → Umbenennen in coolbits). Als Letztes muss diesem DWord noch der Wert 3 zugewiesen werden (Ändern → Wert = 3).
Nach einem Neustart sollte einem nun die Overclocking-Kartei im Treiber zur Verfügung stehen.
Übertakten der Grafikkarte
Nun kommen wir zum wirklich interessanten Teil, dem Overclocking selbst. Leider gibt es für nVidia-Karten keinen Stability-Tester oder ein ähnliches Tool, das zuverlässig genug ist. Daher muss man hier per Hand arbeiten.
Dazu ruft man den Treiber auf (Anzeige → Einstellungen → Erweitert → GeForce/TNT XXXX). Man wählt nun das Feld "Taktfrequenzen" aus der linken Leiste aus. Nun sollte sich ein Fenster mit allerhand Optionen öffnen.
Zur Erläuterung: Das obere Pulldown-Menü bietet die Auswahlmöglichkeiten 2D und 3D. Unter 2D findet man die Frequenzen vor, die unsere 3D-Karte im 2D-, sprich Windows-Betrieb verwendet. Diese Einstellungen sollten nach Möglichkeit nicht verändert werden. Unter 3D verbirgt sich die Taktung im eigentlichem 3D-Betrieb. Lediglich dieser ist für uns relevant. Der erste Schieberegler ist für den Takt der GPU zuständig, der zweite für den Speicher (Achtung: Hier wird nicht die reale, sondern die effektive Frequenz angegeben!). Unsere GeForce FX 5700 Ultra arbeitet standardmäßig mit einer Frequenz von 475 MHz GPU- und 450 MHz (900 MHz effektivem) Speichertakt.
Nun sollte man den Takt der GPU oder des Speichers anheben. Es empfiehlt sich, den Takt in Schritten von 20 MHz zu erhöhen. Hat man die Frequenz per Schieberegler eingestellt, so muss sie zuerst getestet werden. Dazu wählt man den Button "Testeinstellungen". Es sollte sich ein Fenster mit einem Ladebalken öffnen, der nach wenigen Sekunden wieder verschwindet. Nun wurde der Takt entweder erfolgreich getestet oder man erhält eine Fehlermeldung. In letzterem Fall sollte man es mit einer niedrigeren Frequenz versuchen. Ist Ersteres der Fall, kann man die Frequenz mit dem Button "Übernehmen" setzen.
Hat man die Frequenz übernommen, so muss man diese auf ihre Stabilität überprüfen. Diesen Test kann man mit einem aktuellen 3D-Spiel durchführen (in unserem Fall Unreal Tournament 2003). Dieses lässt man dann ca. 10 Minuten laufen. Nun können verschiedene Bildfehler auftreten, falls GPU oder Speicher nicht ordnungsgemäß arbeiten. Als wir die GPU zu hoch getaktet hatten, traten bei uns Texturfehler auf. Bei einem zu hohem Speichertakt hatten wir es mit Pixelfehlern zu tun. Dieses Phänomen kann jedoch von Grafikkarte zu Grafikkarte variieren. Auch Geometriefehler sind nicht auszuschließen. Wichtig ist, dass man nach nicht fixen Fehlern Ausschau hält - also Fehlern, die in nur einem Bild auftauchen und dann wieder verschwinden.
Treten solche Fehler auf, kann man die Frequenz während des Betriebs reduzieren. Dazu muss man aus dem Spiel mit der Tastenkombination Alt+Tab auf den Desktop wechseln. Dann ruft man die Taktfrequenzenkartei des Treibers auf und reduziert den Takt. Nach dem Testen und Übernehmen der neuen Frequenz kann man in das Spiel zurückkehren. Verursacht die Frequenz keine Fehler, so kann man den Takt von GPU oder Speicher auf dem selben Wege anheben. Dies tut man so lange bis man die Grenze des jeweiligen Bauteils gefunden hat. Erst, wenn man auf diesem Wege die maximale Frequenz von GPU oder Speicher ermittelt hat, sollte man anfangen, das jeweils andere Bauteil zu übertakten. Achtung: Bitte nie beide Bauteile gleichzeitig übertakten, damit Fehlerquellen vermieden werden!
Wenn man nun die jeweilige maximale Taktung ermittelt und übernommen hat (in unserem Fall 573/505 MHz) muss man nur noch im Treiber ein Häkchen bei der Option "Einstellungen bei Start verwenden" machen. Wenn man diese Option aktiviert hat, wird die Grafikkarte nach einem Start automatisch vom Treiber (quasi dauerhaft) übertaktet.
Fazit
Wir hoffen, das dieser Artikel eine nützliche Ergänzung zum ersten Part unseres Grafikkarten Tweaking Guides darstellt und wir Euch weitere Einblicke in die Thematik des Grafikkarten Tunings geben konnten.
Abschließend möchte ich noch anmerken, dass wir keinerlei Haftung für defekte Hardware oder sonstige Schäden übernehmen. Durch Übertaktung läuft die Hardware außerhalb ihrer Spezifikationen, was immer ein gewisses Risiko in sich birgt.