Epox eX5-300S MiniMe Barebone
Als weiterer Kandidat im Bereich Barebones musste sich der Epox eX5-300S MiniMe in unserem Test behaupten. Mit einem großen Lieferumfang sowie einem attraktiven Preis will Epox im Bereich der Barebones Käufer gewinnen.
Veröffentlicht am 10. Oktober 2004 von Moritz.
- Einleitung
- Spezifikationen / Lieferumfang
- Design / Ausstattung (1)
- Ausstattung (2) / Komponenten
- Kapazitäten
- (De-)Montage
- Epox EP-4PGF Mainboard
- BIOS
- Testsystem
- Benchmark: Onboard-Sound-Chip
- Spiele: Quake 3, Comanche 4, UT 2004
- Rendering: Cinebench 2003, SpecviewPerf
- SiSoft Sandra, DroneZmark
- Übertakten
- Fazit
Einleitung
Nach der äußerst positiven Resonanz auf unseren ersten Test im Bereich Barebones, in dem sich der Shuttle SB65G2 behaupten musste, haben wir uns weiter umgeschaut und sind bei der bekannten Mainboardfirma EPoX Computer auf einen interessanten Kandidaten für einen weiteren Mini-PC-Test gestoßen: den Epox eX5-300S "MiniMe". Epox platziert sich erstmalig mit einem solchen Gerät auf dem Hardwaremarkt und wirbt mit Features wie der dafür entwickelten "3G-Tek-Kühlung" und "MusicNow" auf der dazugehörigen Verpackung.
Noch ein paar grundlegende Informationen bevor wir beginnen: Der eX5-300S hat genau wie das von uns getestete Shuttle-Modell einen Intel Springdale-Chipsatz onboard. Jedoch beherbergt das Modell von Epox den I865G mit integrierter Grafik, welche dem SB65G2 samt I865PE fehlt.
Wir haben uns auch bei diesem Test an unsere Reihenfolge und Auswahl des SB65G2-Tests halten. In diesem Test sahen wir uns als erstes das Exterieur des Gerätes an. Danach schenkten wir unsere Aufmerksamkeit dem inneren Aufbau und der (De-)Montage. Das Mainboard nahmen wir im Anschluss unter die Lupe und schickten es durch einen Parcours von Benchmarks. Auch das Overclocking und die Besonderheiten durften nicht fehlen und tun es auch diesmal nicht. In unserem Fazit geben wir wie immer einen Überblick und geben unsere Gesamtbewertung ab. Bei Anregungen oder Fragen bitte das neue Feedback-Formular nutzen.
Spezifikationen / Lieferumfang
Zuallererst die Spezifikationen, die hauptsächlich durch das verbaute Mainboard bestimmt werden.
Spezifikationen
- Chipsatz: Intel I865G | ICH-5
- Grafik: Intel extreme graphics
- Systemtakt: 400MHz | 533 MHz | 800 MHz
- RAM: PC 2100 | PC 2700 | PC 3200
- Steckplätze: 1x AGP (8x) | 1x 32 Bit PCI
- Laufwerks-Controller: 2x IDE ATA 100 (max. 4 Laufwerke) | 2x SATA 150 RAID Controller
- Netzwerk: Realtek RTL8101L-Chipsatz für 100MBit RJ-45 LAN
- Firewire: VIA VT6307
- Sound: Realtek ALC-655 (6-Channel)
Lieferumfang
Beim Lieferumfang präsentiert sich Epox spendabel - sowohl bei den Zugaben als auch bei der Ausstattung des Mini-PCs. Man findet in dem großzügig dimensionierten Karton nicht nur das Gehäuse samt Mainboard und Netzteil, sondern auch einen relativ großen Kühler mit einer auffallend großen Bodenplatte.
Hier die gesamten Zugaben aufgeführt:
- Gehäuse inkl. Netzteil, Mainboard und 4in1 Cardreader
- CPU Kühler und Wärmeleitpaste
- S-ATA Stromadapter und S-ATA Kabel
- zwei IDE-Kabel und ein Floppy-Kabel
- Kabelbinder und Schrauben
- Multischraubenzieher
- Kaltgerätekabel
- Montageanleitung, Handbuch und Treiber- Software-CD
Ein äußerst ansprechendes Paket.
Design / Ausstattung (1)
Das Aussehen spielt gerade bei Barebones eine nicht unwichtige Rolle, da sie gerne auch als Wohnzimmer-PCs neben der heimischen Stereoanlage platziert werden. Im Gegensatz zu dem von uns getesteten Shuttle SB65G2, bei dem Shuttle eher auf Understatement in schwarz setzt, setzt der eX5-300S von Epox mehr auf von außen sichtbare Ausstattung. Aber bevor wir darauf genauer eingehen, wollen wir uns mit den Grundelementen des Gehäuses beschäftigen.
Der aus Aluminium hergestellte Deckel ist stabil. Nicht zu übersehen sind die groß dimensionierten Lufteinlässe an beiden Seiten.
An der Front fällt sofort das LC-Display mit seinen acht Funktionstasten auf. Der übrige Teil der Front ist ebenfalls aus dem Aluminium des Deckel gefertigt, zum Teil aber auch aus Plastik. So wirken die verchromten, an der Seite angebrachten Leisten etwas billig und unpassend für das Gehäuse, auch wenn dies sicherlich eine Geschmacksfrage ist. Auch die restlichen Plastikelemente wirken nicht sehr hochwertig. Bei unserem Testmuster war die Klappe, hinter der sich die Frontanschlüsse verbergen, leider sehr wackelig. Auch der Powerknopf kann sich von der Masse der Gehäuse nicht abheben.
Die integrierte Laufwerksblende für den 5,25"-Schacht und der Cardreader sind im Aluminiumlook gehalten, verstecken sich jedoch hinter einer Plexiglasscheibe. Hier hätten wir uns lieber richtiges Aluminium gewünscht. Positiv zu bewerten sind die beiden verstellbaren Knöpfe an der Laufwerksblende ("Play" und "Eject"). Leider sind auch sie aus dem gleichen, verchromten Material wie die Seitenleisten. Der blau beleuchtete Querstreifen zwischen Cardreader und Display ist ebenfalls eine Geschmacksfrage. Wir finden nicht, dass er zu einer optischen Anreicherung beiträgt.
Bei den Anschlüssen an der Front hat Epox fast alles richtig gemacht. Wir können hinter der Klappe zwei USB 2.0-Anschlüsse, einen Mikrofoneingang sowie einen Kopfhörerausgang finden. Sehr gut ist der 6-polige Firewire-Anschluss zu bewerten. Sein Fehlen bemängelten wir beim SB65G2, Epox hat hier jedoch mitgedacht und macht diesen Anschluss auch für Besitzer eines Camcorders gut zugänglich. Neben diesen Anschlüssen finden wir zwei PS/2-Anschlüsse, die unserer Meinung nach überflüssig sind und zu Gunsten eines Resetknopfes auf die Rückseite hätten verlegt werden sollen.
Auch auf der Rückseite finden wir positive Sachen, die Epox besser als der Konkurrent Shuttle bei dem SB65G2 löst. Genau wie beim Shuttle finden wir einen RJ45-LAN-Port, vier USB 2.0-Anschlüsse, einen 6-poligen Firewire-Anschluss, als auch den veralteten Parallelport und einen COM-Port.
Zu erwähnen sind noch ein paar Unterschiede: Während Shuttle dem Benutzer noch die Möglichkeit gab, neben dem S/PDIF eine 5.1 Soundanlage analog über die drei Ausgänge anzuschließen (Front, Rear, Center, Sub) fehlt diese Möglichkeit beim MiniMe. Offenbar geht man davon aus, dass der Großteil der Benutzer Sourround-Anlagen mit optischem oder koaxialem Digital-Eingang besitzen, denn diese beiden Möglichkeiten sind die einzigen, eine solche Anlage anzuschließen. Bei den Anschlüssen setzt Epox auf einen Line-Out, einen Line-In und einen Mikrofoneingang. Diese Kombination wirkt etwas unglücklich gewählt, zumal es nur möglich ist, ein Mikrofon zur Zeit anzuschließen, weswegen man auch keine zwei Mikrofoneingänge benötigt. Zudem besitzt findet man noch einen VGA- sowie einen TV-Ausgang.
Ausstattung (2) / Komponenten
Beim Öffnen des Gehäuses fallen drei Dinge auf: Das Netzteil sieht aus wie eine kompakte Version eines ATX-Netzteils und ist dort angebracht, wo beim SB65G2 die Heatpipe sitzt. Weiter fällt der um 90° gedrehte HDD-Käfig auf, der die Anschlüsse der Festplatte zur linken Seite führt. Eine nicht ganz gewöhnliche Komponente ist das verlängerte Retention-Modul, welches ebenfalls den Chipsatz mit umzäunt.
Dieses - von der Norm abweichende - Design ist nötig um das 3G-Tek-Kühlungssystem umzusetzen: Der mitgelieferte Kupferkühler kühlt sowohl die CPU als auch die Northbridge mit dem I865G-Chip. Dadurch werden laute 40 mm von der Northbridge verbannt. Natürlich muss der Kupferkühler mit Luft versorgt werden: Das übernehmen zwei 60 mm-Lüfter aus dem Hause Everflow, die an der Vorder- als auch Rückseite des Kühlkörpers montiert sind. Durch einen Sensor gesteuert regeln diese temperaturabhängig ihre Drehzahl. Im Normalbetrieb waren sie ein gutes Stück leiser als der Sunon-Lüfter im SB65G2, aber trotzdem noch hörbar. Epox spezifiziert die beiden Lüfter mit einem Schalldruck von unter 30 dBa.
Beschäftigen wir uns nun aber mit dem Kühlkörper. Dieser besteht aus einem massiven Kupferboden, der auf der CPU und dem Chipsatz aufliegt. Auf dieser Kupferplatte sind feine Kupferlamellen nach oben hin herausgeführt, die von einem Aluminiumkasten umhüllt sind. Der Kasten bietet gleichzeitig die Montagemöglichkeiten für die beiden Lüfter. Damit die erwärmte Luft nicht im Gehäuse verweilt, wird der CPU-Kühler an einer Art Lüfterkanal angeschlossen wie man ihn von Lüfteradapter für CPU-Kühler kennt. Dieser führt die erwärmte Luft hinten aus dem Gehäuse heraus. Ein sehr elegantes System, das ähnlich wirksam wie die I.C.E.-Heatpipe aus Shuttle-Systemen ist. Ob es jedoch auch für Übertaktungen ausreicht, werden wir im Abschnitt "Übertakten" beurteilen.
Das mitgelieferte Netzteil sollte trotz seiner Kompaktheit möglichst leise sein und trotzdem über genug Reserven verfügen. Den Aspekt der Reserveleistung begutachten wir im Abschnitt "Übertakten". Kommen wir zuerst zum Netzteil selbst. Dieses ist mit 200 W spezifiziert. Leider fanden wir keinerlei Angaben zur "Combined Power" (Leistung der 3,3 V-, 5 V- und 12 V-Leitung zusammengerechnet). Im Betrieb mit der nicht übertakteten CPU lieferte das Netzteil jedoch genug Strom und war zudem leiser als das des SB65G2, jedoch nicht als "ultra-silent" einzustufen.
Die Anschlussmöglichkeiten hat Epox auf das Minimum reduziert. So finden wir zwei Molex-Stecker für Festplatten und andere Laufwerke und nur einen Anschluss für die Stromversorgung des Floppys. Diese Tatsache ist trotz des beigelegten S-ATA-Stromadapters etwas ärgerlich, da es rund um die Anschlüsse der Festplatte sehr eng ist. Hier hätte ruhig ein zusätzlicher S-ATA-Anschluss am Netzteil sein dürfen.
Als letztes sei noch die Platine in der Front erwähnt, die sowohl die Anschlüsse in der Front als auch das LCD ansteuert.
Kapazitäten
Die Kapazitäten des eX5-300S sind fast identisch mit denen des SB65G2. Folgende Komponenten können eingebaut werden:
- bis zu einer AGP-Karte
- bis zu einer PCI-Karte
- bis zu ein internen 3,5"-Laufwerk Nach Entfernung des Cardreaders
- bis zu ein externes 3,5"-Laufwerk
- bis zu ein externes 5,25"-Laufwerk
- bis zu zwei RAM-Modulen
Auf Grund der Größe sind auch beim MiniMe nur zwei RAM-Bänke vorhanden, daher sollte man sich bei dem Kauf von passendem RAM auf zwei Riegel beschränken.
Über die Farbe des optischen Laufwerks braucht man sich hingegen keinerlei Gedanken machen, denn die Blende versteckt das Laufwerk. Achten sollte man jedoch darauf, ein leicht zu demontierendes Laufwerk einzusetzen, besonders die Front sollte leicht zu entfernen sein. Damit sollte man keine Probleme haben, den Auswurfknopf auf das Laufwerk abzustimmen.
(De-)Montage
Einen kurzen Blick ins Innere haben wir ja bereits geworfen, jetzt gehen wir dort mehr ins Detail und schauen und die Montage des eX5-300S an.
Zum Öffnen des Gehäuses müssen auf der Rückseite drei Rändelschrauben gelöst werden, worauf sich der Deckel nach hinten abziehen kann. Leider waren die Gewinde der Schraubenlöcher auf der Rückseite nicht gerade gut verarbeitet und so verkanteten die Schrauben leicht. Die Rückwand wirkte insgesamt etwas dünn. Hätte Epox hier die gleiche Stärke wie beim Deckel verbaut, wäre dieses Manko wahrscheinlich nicht aufgetreten.
Beim Einbau müssen zuerst CPU und Festplatte eingebaut werden. Die HDD wird in den einfach zu demontierenden Käfig geschraubt. Bevor man diesen wieder einbaut, muss der Kühler eingebaut werden. Da man von beiden Seiten ausreichend Platz zum Hantieren hat, ist dies leicht möglich. Die Halteklammern des Kühlers verrutschen beim ersten Einbau möglichweise etwas, aber wenn man die Montage ein zweites Mal durchführt, ist auch dies kein Problem mehr.
Um die RAM-Bänke zu bestücken, muss man nur den schon montierten ATX-Stecker entfernen, die Module einstecken und den ATX-Stecker wieder montieren. Sehr einfach und sehr gut gelöst. Danach kann man den Laufwerkskäfig wieder einbauen und die Platte anschließen. Insgesamt ist die Kabelführung sehr gut gelöst und gefällt uns um einiges besser als die von Shuttle gewählte Variante. Positiv zu bemerken sind an dieser Stelle die Gummilager, die die Schwingungen der HDD abfedern. Das CD-Laufwerk war ebenfalls sehr einfach zu montieren und die Kabel waren bereits optimal zum Anschliessen verlegt.
Kommen wir aber nun zum einzigen Knackpunkt, der Grafikkarteninstallation. Hierzu muss die hintere Blende durch das Demontieren der beiden Schrauben gelöst werden. Dann kann die Karte eingesteckt werden. Da der AGP-Slot innen und der PCI-Slot außen liegt, ist der Einsatz von RAM-Kühlern auf der Grafikkarte so gut wie unmöglich. Die Schutzfolie, die die Grafikkarte vor dem Kontakt mit dem HDD-Käfig schützt, muss in jedem Fall benutzt werden, damit es keinen Kurzschluss gibt. Sehr ärgerlich, das hätte man besser lösen können.
Zudem wirkt die Halterung für die Steckkarten auf der Rückseite instabil und passte bei unserer Grafikkarte auch nur unzureichend. Diese Aspekte sind sehr schade, denn durch seine vorbildliche Kabelführung kann Epox deutlich punkten.
Es ist zudem möglich die Front zu demontieren, was jedoch nicht von Nöten ist um den Barebone in Betrieb zu nehmen.
Epox EP-4PGF Mainboard
In diesem Abschnitt beschäftigen wir uns mit dem Teil des Barebones, der den Hauptfaktor für die Leistung des Mini-PCs darstellt, dem Mainboard. Dass Epox hier auf ein Mainboard mit I865G-Northbridge setzt, haben wir bereits erwähnt. Doch jetzt gehen wir ins Detail und schauen uns die wichtigsten Chips auf dem Board an. Auf die Performance gehen wir im folgenden Abschnitt ein.
In der Mitte des Boards befinden sind der CPU-Sockel für Sockel478-CPUs und die I865G-Northbridge. Zu dem Kühlungssystem und dem verlängerten Retention-Modul haben wir bereits im "Ausstattungs"-Abschnitt etwas gesagt. Die Northbridge wird durch ein Wärmeleitpad mit dem Kühler verbunden, welches jedoch im Gegensatz zu gewöhnlichen Wärmeleitpads auch mehrfach verwendbar ist. Die CPU muss wie gewohnt mit Wärmeleitpaste bedeckt werden, damit Unebenheiten ausgeglichen und die Wärmeleitfähigkeit erhöht werden.
Schwenken wir unseren Blick etwas mehr in Richtung der rechten Boardkante. Dort finden wir die beiden wichtigen ATX- und 12 V-Stromstecker, die sehr gut zu erreichen sind. Zwischen diesen beiden Steckern befinden sich die beiden Anschlüsse für die Lüfter des CPU-Northbridge-Kühlers. Die beiden RAM-Bänke, die sich direkt daneben befinden, sind auch im vollbestückten System noch sehr gut zu erreichen.
Quasi an vorderster Front befinden sich alle wichtigen Anschlüsse für die Laufwerke. Zwei P-ATA- und zwei S-ATA-Anschlüsse gesellen sich dort zu der leicht austauschbaren Batterie, dem CMOS-Jumper und der Southbridge. Leider sind sowohl die P-ATA- als auch der CMOS-Jumper sehr schlecht zu erreichen.
Auf der linken Seite sind die meisten der Controllerbausteine zu finden, die die I/O-Operationen auf der Rückseite steuern. Zudem finden sich dort auch die externen USB 2.0-Anschlüsse, die gut erreichbar und sinnvoll platziert sind. Natürlich finden sich dort auch die beiden Steckplätze für eine AGP-8x- und eine PCI-Karte.
Gehen wir aber genauer auf die Chips auf der linken Seite ein: Als erstes fällt der größte, der VIA 6307, auf, der alle Operationen für die externen Firewire-400-Anschlüsse kontrolliert. Ganz hinten finden wir den ALC655-Chip, der die Decodierung der AC97-Audiosignale übernimmt. Er ist der Nachfolger des im SB65G2 verbauten ALC650. Wir sind gespannt, ob der Rightmark Analyzer unsere Hoffnung auf bessere Soundergebnisse bestätigt.
Als letztes ist noch der Realtek RTL8101L zu nennen, der für den 100 MBit-LAN-Anschluss zuständig ist.
Mit den oben genannten Features kann der eX5-300S mit dem Shuttle SB65G2 gleichziehen. Durch den durchdachteren Aufbau kann der eX5-300S Pluspunkte sammeln.
BIOS
Bei dem BIOS handelt es sich um ein gesockeltes BIOS der Firma Phoenix. Ein solches hat den Vorteil, dass es sich bei einem Schaden sehr gut ersetzen lässt.
Die Bilder des eX5-300S BIOS zeigen, dass es über einen guten Umfang verfügt. Alle nötigen Geräte sind abschaltbar. Ebenso ist ein gutes Hardwaremonitoring vorhanden.
Leider fehlen ein paar Optionen zum Übertakten, aber dazu mehr in dem Abschnitt "Übertakten".
Testsystem
Für die Benchmarks haben wir das System standardmäßig auf 200 MHz FSB laufen lassen. Es war wie folgt aufgebaut:
Hardware:
- CPU: Pentium 4C mit 2,6GHz / 800MHz FSB
- RAM: 2x 256 MB MDT PC400 CL 2.5
- Grafikkarte: Club3D Radeon 9700
- Festplatte: IBM IC35L060AVER07-0
- Netzteil: das 200W MiniMe Netzteil
Software:
- Windows XP SP1
- ATi Catalyst 4.1
- DirectX 9.0b
Zum Vergleich eignet sich die auch schon im Abit NF7-S Review erwähnte Hardwareluxx-Datenbank sehr gut. Sie bietet einen reichhaltigen Überblick über jegliche Art von Hardware. Die Benchmark-Auswahl ähnelt den Test von Hardwareluxx um einen möglichst guten Vergleich zu sichern.
Benchmark: Onboard-Sound-Chip
Auch diesmal haben wir wieder einen Test mit dem RightMark Audio Analyzer durchgeführt, im Gegensatz zum ersten SB65G2-Test jedoch einmal direkt an den Board In-/Outputs und einmal am Frontmodul.
Zunächst haben wir jedoch die Belastung ermittelt, die der Soundchip auf die CPU ausübt. Dazu kam wieder der Quake3-Benchmark zum Einsatz.
Mit knapp 9 % maximalem Ausbremsen der CPU ist der auf dem Epox eX5-300S verbaute Chip etwas schlechter als der auf dem Shuttle SB65G2 mit etwa 6 %. Trotzdem ist das Ergebnis in Ordnung.
Kommen wir als nächstes zum Test mit dem Programm RightMark Audio Analyzer. Es erzeugt ein Signal, das über den Line-Out ausgegeben und durch den Line-In wieder eingefangen wird. Hierbei testet das Programm das Signal auf allerhand Qualitätsmerkmale, unter anderem auch die Verzerrung und den maximalen Schalldruck. Das Ergebnis:
Auf den automatisch generierten HTML-Seiten finden sich detallierte Ergebnisse des Tests:
Man kann deutlich erkennen, dass es einige Unterschiede bezüglich der Klangqualität zwischen Front und Rückseite gibt. Dies zeigt sich im Bereich der Tonbandbreite und des Lautstärkelevels. Hier schneidet die Platine an der Front etwas besser als die Rückseite ab. Ansonsten kommen beide auf ein durchschnittliches Ergebnis.
Spiele: Quake 3, Comanche 4, UT 2004
Kommen wir zuerst zu den Benchmarks der Kategorie "Spiele". Hierbei haben wir uns an die Klassiker Quake 3 sowie Comanche 4 gehalten. Als aktuelles Spiel ging Unreal Tournament 2004 in die Wertung ein.
In Quake 3 zeigt sich das Epox-System meist minimal stärker gegenüber dem SB65G2. In Comanche 4 ist ein minimaler Vorsprung auf Seiten des Shuttle-Systems. Dieser Vorsprung ist in beiden Fällen jedoch sehr minimal.
Zumindest in den niedrigen Auflösungen kann sich der I865PE im SB65G2 leicht absetzen, was sich bei der maximalen Auflösung von 1600x1200 jedoch wieder egalisiert.
Insgesamt können die unterschiedlichen Werte des I865**G** und des I865**PE** als Messtoleranzen verbucht werden. Von der Technologie sind beide Chipsätze bis auf die integrierte Grafik des I865G identisch.
Rendering: Cinebench 2003, SpecviewPerf
In diesem Abschnitt zeigen wir die Ergebnisse der Benchmarks im Bereich Rendering. Diese Benchmarks ist vor allem für Anwender von CAD- und anderen Grafikanwendungen interessant. Hierbei wird vor allem die CPU belastet, die natürlich auch von der Geschwindigkeit des verwendeten Chipsatz profitiert oder eben nicht.
Wie man erkennen kann, sind die Unterschiede auch hier nicht wirklich nennenswert. Teilweise hat das Epox eX5-300S die Nase vorn, teilweise hat das SB65G2 einen kleinen Vorsprung. Also auch hier wieder fast identlische Werte, wir sind gespannt auf den letzten Teil der Benchmarks, DroneZmark und SiSoft Sandra.
SiSoft Sandra, DroneZmark
Als letzter Benchmarkparcours wartete SiSoft Sandra 2004 und der Grafikbenchmark DroneZmark auf unser Testsystem. Sandra 2004 testet das System nicht mit realen Werten, sondern errechnet das Ergebnis nur an Hand von vorliegen Systemdaten. Da dieser Benchmark jedoch zur "Standardaustattung" gehört, verzichten wir nicht darauf.
Wie nicht anders zu erwarten, liegen hier die beiden System gleichauf.
Zu unserer Verwunderung kam unser Testsystem nicht so gut wie erwartet mit dem DroneZmark zurecht. Hier lag es jedoch auch immer nur knapp hinter dem Shuttle-System.
Übertakten
In unserem Test des SB65G2 haben wir gesehen, dass auch Barebonesysteme gut übertaktet werden können. Auf Grund des Chipsatzes mit integrierter Grafik gingen wir davon aus, dass der eX5-300S nicht so gut zu übertakten sei. Doch wir wurden eines besseren belehrt: Wir starteten das System mit 240 MHz Frontsidebus und konnten einen stabilen Windowsbetrieb fahren. Darüber wollte das System allerdings nicht mehr ohne Windows-Abstürze starten. Das Kühlsystem war mit knapp über 50 °C auch noch innerhalb der Spezifikationen, einen Belastungstests wollten wir der CPU jedoch nicht zumuten.
Leider sind höhere Taktraten durch das BIOS limitiert. Es finden sich keine Einstellungen zum Erhöhen der CPU- Speicher- oder auch der Chipsatzspannung. Insgesamt sollte man bei diesem System das Übertakten also nicht übertreiben.
Fazit
Hier ist nun unser abschließender Blick über den gesamten Testverlauf. Er könnte mit den Worten beschrieben werden: "Ein Kompakter, bei dessen Entwicklung sich Epox viele gute Gedanken gemacht hat, sie aber nicht immer gut umgesetzt hat." So zieht es sich eigentlich durch den gesamten Test. Für die Front hat Epox mit dem Display und der "MusicNow"-Funktion wirklich ein gutes Feature an Bord geholt, jedoch enttäuscht das einfach gehaltene Display von der Qualität.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die verwendeten Materialien. Während man bei der Chromverzierung noch über Geschmack streiten kann, ist die Blende für die Frontanschlüsse schlichtweg schlecht verarbeitet und wirkt klapperig. Eine hochwertigere Blende wäre wünschenswert. Auch bei dem verwendeten Aluminum hatten wir etwas zu beanstanden: Der Innenaufbau und insbesondere die Rückwand wirken sehr wackelig und zu dünn.
Die inneren Werte hingegen sind besser. Die dort gewählte Architektur ist an manchen Stellen schlichtweg zu knapp bemessen, die klasse Kabelführung und das super Boardlayout machen das ganze aber mehr als wett. Auch die Kühllösung und das Netzteil haben uns gut gefallen. Die Lüfter sind recht leise und reichen auch im geregelten Betrieb noch aus, um die Komponenten ausreichend zu kühlen.
In den Benchmarks zeigt sich der Chip der Northbridge dem I865PE absolut ebenbürtig. Somit hat das System für alle aktuellen Anwendungen, sowohl Spiele als auch 3D-Anwendungen, mehr als genug Leistungsreserven. Auch für Übertakter ist das System interessant, obwohl wir befürchten, dass sowohl der Kühler als auch das Netzteil bei höheren Taktraten nicht leistungsstark genug sind. Die erreichten 240 MHz waren unter Windows stabil, wurden jedoch nicht unter voller CPU-Last getestet.
In einer Zeit, in der jeder auf "Geiz ist geil" steht, stellt sich die Frage nach den Kosten. Mit rund 185 € schlägt der eX5-300S zu Buche, ein absolutes Spitzenangebot bezogen auf die insgesamt gute Leistung und den wirklich sehr gut gewählten und fülligen Lieferumfang.
Der Epox eX5-300S MiniMe ist das erste Produkt, der sich bei uns einen Preis-/Leistungsaward verdient hat, denn soviel mehr "Mini" bekommt man nirgendwo anders.
