Dell Latitude D620

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Mit einer leistungsstarken CoreDuo-CPU, DDR2-Speicher und einer SATA-HDD vereinigt Dell neueste Technik und ein edles Design im Latitude D620. Ob jedoch unsere hohen Erwartungen an das Notebook erfüllt werden können, soll in diesem Review festgestellt werden.

Veröffentlicht am 05. Mai 2006 von Michael.

Einleitung

Mit den Notebooks der Latitude-Serie will Dell gezielt Business-Kunden bedienen. Deshalb wird man auch keine schnelle (Spiele-)Grafik oder absolute Niedrigpreise finden. Stattdessen setzt man bei den Texanern auf edles Design, gute Verarbeitung und, für den Fall der Fälle, guten Service. Doch wer glaubt, er bekomme nur alte - weil bewährte - Technik, der irrt. Mit einem leistungsstarken Intel CoreDuo, DDR2-Speicher und SATA glänzt das D620 mit aktueller Technik. Im Folgenden schauen wir uns dies und mehr einmal genauer an.

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Allgemeine Daten

Das für vorliegende Latitude-Book hat folgene Ausstattungsmerkmale (in Klammern maximale Upgrade-Möglichkeiten von Dell):

  • Intel Core T2300 mit 2x 1,66 GHz (max. T2600 mit 2x 2.16 GHz möglich)
  • 2x 1024 MB DDR2-667-RAM (max. 4096 MB möglich)
  • 14,1" WXGA+-Display
  • 60 GB-SATA-Festplatte von Fujitsu mit 5400 U/min (max. 100 GB möglich)
  • CD-RW-DVD-Combi-Laufwerk von Philips (DVD-Brenner möglich)
  • GBit-Lan, WLAN, Bluetooth
  • 9-Cell-Primärakku mit 85 WHr und 6-Cell-Zusatzakku mit 48 WHr für den Laufwerksschacht
  • Windows XP Professional mit Service Pack 2

Die Konfiguration des vorliegenden D620 kostet aktuell auf der Dell-Website ungefähr 2600 €. An dieser Stelle deshalb ein schönes Dankeschön an Leif Humpert (VISESolutions) für die schnelle Abwicklung und den guten Preis.

Standardmäßig installiert Dell Windows XP Home-Edition mit Service-Pack 2, jedoch gegen Aufpreis auch die Professional-Edition. Im Gegensatz zu den Consumer-Notebooks der Inspiron-Serie sind keine weiteren Trial-Versionen oder AOL-/T-Online-Angebote installiert; hier zeigt sich noch einmal die Zielgruppe: Wer will schon unnötigen "Schund" auf seinem Business-Notebook? Über eine versteckte Recovery-Partition kann das D620 jederzeit innerhalb weniger Minuten in den Ausgangszustand zurückgesetzt werden (dabei gehen jedoch alle anderen Daten auf der Festplatte verloren). Eine Treiber- und Windows-CD liegt standardmäßig nicht dabei; legt man dennoch Wert auf diese Datenträger müssen sie für 5,80 € dazu bestellt werden.

An weiterem Zubehör liefert Dell neben dem 65 Watt starken Netzteil noch ein Modemkabel samt zweier TAE-Adapter und ein etwa 20 Seiten starkes Manual bei.

Erste Eindrücke

Das Notebook kommt gut verpackt an, wobei man bereits an den Ausmaßen des Kartons die geringe Größe erahnen kann. Wer eine Tasche "herausgehandelt" hat, darf sich sogar über zwei Pakete freuen, die der UPS-Bote direkt aus Irland ins Haus liefert.

Der Primärakku wurde bereits im Werk installiert und vorgeladen (~86 % zeigte die Anzeige nach dem Start). Wie man auf dem Bild sehen kann, sieht man dem D620 den gr0ßen Akku an: Die neun Zellen ließen sich nicht mehr im Gerät selbst unterbringen und ragen ca. 2,5 cm heraus (sind jedoch wunderbar als zusätzliche Handballenauflage geeignet – wen es trotzdem stört, der kann auf die 6- oder 4-Cell-Variante zurückgreifen, die sich problemlos komplett verstauen lässt).

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Links: Kensington-Lock-Anschluß, Mikrofon- und Kopfhörerbuchsen, IRDA-Port, WiFi-Catcher, SmartCard-Leser und ein Typ-I/II-Cardbus-Slot

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Hinten: Lüfterschlitz, Netzteil-Anschluß, VGA- und Com-Port, zwei USB-Buchsen, Modem- und LAN-Ausgang

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Rechts: zwei weitere USB-Buchsen, Combi-Drive im Drive-Bay

Details (1)

Das D620 ist mit einem 14,1"-Widescreen-Display ausgestattet, wahlweise mit WXGA-Auflösung (1280 x 768 Pixel) oder gegen Aufpreis WXGA+-Auflösung (1440 x 900 Pixel). Der neuen Modewelle der verspiegelten Displays folgt Dell glücklicherweise nicht: Das matte Display erlaubt gute Sicht bei jeden Sicht- und Lichtverhältnissen. Die Helligkeit lässt sich entweder manuell per Tastenkombination oder vollautomatisch durch den so genannten Ambient-Light-Sensor regeln. Farbtreue und maximaler Blickwinkel des Displays sind einwandfrei.

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Das Display ist an Stahlscharnieren befestigt und lässt sich gut auf- und zuklappen ohne das die Mechanik "ausgeleiert" wirkt. Als Material für das Gehäuse wird eine Magnesiumlegierung verwendet wodurch sich das Notebook nicht nur sehr edel anfühlt, sondern auch stabil und sicher. Erstaunlicherweise spiegelt sich die Wahl der Materialien nicht im Gewicht wider: Mit etwa zwei Kilogramm ist das D620 sehr leicht und gut für den mobilen Einsatz geeignet. Farblich ist das Gerät in silbergrau und anthrazit gehalten, wodurch es sich auch vom Design her von den alten (und eher hässlichen) Dell-Books abhebt.

Die spritzwasserdichte Tastatur selbst weist einen guten Druckpunkt auf, auch längere Stunden voller Arbeit sollten damit kein Problem sein. Was IBM mit seinen Thinkpads vorgemacht hat, lässt sich nun auch bei Dell wiederfinden: Das D620 besitzt nicht nur ein Touchpad zu Kontrolle der Maus, auch ein Trackstick wurde verbaut. Mit ihm lässt sich der Cursor (nach einer sehr kurzen Eingewöhnungsphase) schnell und zielgenau über den Bildschirm führen. Wünschenswert und an dieser Stelle eher ein Minuspunkt für das D620 wäre ein Scrollrad, wie es sich zum Beispiel bei den Vaio-Notebooks von Sony zwischen den Touchpad-Tasten finden lässt. So bleibt nur die Kontrolle per Trackstick/Touchpad über die Bildlaufleiste oder das umständliche Strecken nach den Bildlauf-Tasten.

Doch kommen wir zu einem, gerade für Notebooks wichtigen Thema: Die Sicherheit. Wie vielleicht schon auf den Bildern erkannt sitzt zwischen den Tasten des Touchpads ein Fingerprint-Sensor von UPEK. Mit diesem kann man sich schnell und problemlos authentifizieren. Dabei ist man nicht zwangsläufig auf die Unterstützung des Betriebssystems angewiesen, auch in der Pre-Boot-Phase ist der Sensor bereits voll einsatztauglich. Die Erkennungsrate des Sensors ist nach ersten Tests ausgezeichnet, aber selbst wenn eine positive biometrische Authentifizierung einmal absolut fehlschlagen sollte, bleibt noch das Ausweichen auf die Passworteingabe.

Als dritte Sicherheitsstufe bietet das D620 außerdem noch einen SmartCard-Reader (genaue Typenbezeichung: "O2Micro OZ77C6 USB CCID SmartCard Controller") an. Entgegen der Aussage des Dell-Supports soll der Kartenleser jedoch nicht für HBCI-Online-Banking geeignet sein.

Ebenfalls im Notebook verbaut wurde ein TPM-Sicherheitschip, der jedoch, um die Paranoiden unter uns zu beruhigen, standardmäßig im BIOS deaktiviert ist.

Sollte das Notebook jedoch tatsächlich einmal abhanden kommen, kann der Besitzer sicher sein, dass seine Daten geschützt sind: Die drei möglichen Sicherheitsstufen (Passwort, Fingerprint und Chipkarte) schützen nicht nur das Notebook vor unberechtigtem Zugriff, auch die Festplatte wurde kodiert um das Auslesen in einem anderen PC oder Notebook zu verhindern. Zusätzlich lässt sich über Dell zudem eine Computrace-Tracking-Lösung mitbestellen, mit der das Notebook im Fall der Fälle lokalisiert werden kann. Um das Thema Sicherheit abzuschließen: Selbstverständlich hat Dell auch einen Anschluß für ein Kensington-Lock integriert, mit dem sich das Notebook überall "anketten" lässt.

Aber neben dem Fingerprintsensor und dem SmartCard-Reader zur schnellen Identifizierung besitzt das D620 eine Reihe weiterer praktischer Gimmicks. Besonders auffallend ist hier der WiFi-Catcher an der linken Seite des Notebooks: Ein kleiner Schalter erlaubt es nicht nur, die integrierte Intel-WLAN-Lösung mechanisch an- und auszuschalten, sondern zusätzlich kann man per LED selbst bei ausgeschaltetem Notebook nach sich in der Nähe befindlichen WLAN-Netzen scannen.

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Um beim Thema Connectivität zu bleiben: Für den geringen Aufpreis von etwa 20 € bekommt man zusätzlich zum integrierten Gigabit-Lan und WLAN auch noch eine Bluetoothkarte (von Dell umgelabelte Toshiba-Karte, intern über USB angebunden). In Deutschland hingegen wohl nur auf Anfrage erhältlich ist eine interne HSDPA-/UMTS-Karte, mit der man auch unterwegs eine beständige Online-Verbindung hat. Die serielle Schnittstelle erlaubt auch den produktiven Einsatz beispielsweise in Rechenzentren, etwas Mau sieht es jedoch bei den Grafikausgängen aus: Nur ein VGA-Ausgang ist direkt am Notebook verfügbar, für einen DVI-Anschluß und einen TV-Ausgang muss der Anwender weiteres Geld in eine Dockingstation investieren. Mit vier USB-Ports bietet das D620 genug Anschlüsse; etwas ärgerlich: Im Auslieferungszustand war im BIOS der USB-1.1-Kompalitätsmodus aktiviert.

Details (2)

Als weiteres praktisches Merkmal hat Dell den Akkus eine Ladestandsanzeige integriert: Per Druckknopf lässt sich an Hand von fünf LEDs der Ladestand des Akkus anzeigen. Die Akkuleistung liegt bei mittlerer Helligkeitseinstellung des Displays und Office-Betrieb (einschließlich Internet mit aktiviertem WLAN) laut Anzeige bei 6:33 Stunden mit dem 9-Cell-Primärakku und 9:42 Stunden mit dem zusätzlichen 6-Cell-DBay-Akku. Hergestellt wurde der Akku von SMP (Primär) bzw. Sony (sekundär). Unter Windows XP mit Servie-Pack 2 sollte man jedoch unbedingt den Patch KB918005 installieren um die Akkulaufzeit zu maximieren.

An dieser Stelle wollen wir ein wenig näher auf das DBay eingehen. Neben dem optischen Laufwerk oder einem Zweitakku bietet Dell weitere Einschübe und macht das Drive-Bay so zu einem Universaleinschub. So ist neben einem Gewicht sparenden Leereinschub für unterwegs auch ein Diskettenlaufwerkseinschub erhältlich. Komplettiert wird das Sortiment durch eine zweite Festplatte, die zum Beispiel mit 80 Gigabyte Fassungsvermögen direkt bei Dell erhältlich ist.

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Die Leistung des Notebooks ist mehr als ausreichend: Befeuert von einem T2300-CoreDuo-Prozessor mit einer Rohleistung von bis zu 1,66 GHz pro Core (skalierbar von 980 MHz) und DDR2-667-Speicher im DualChannel-Betrieb dürfte die Leistung selbst für kleinere Renderarbeiten ausreichen, die Flaschenhälse liegen jedoch bei der Festplatte und der Intel-Onboard-Grafik. Doch sollte das Notebook tatsächlich in dem Bereich zum Einsatz kommen, lässt es sich sowohl mit einer leistungsstarken Grafikkarte (nVidia Quaddro NVS 110M optional auf Anfrage erhältlich) als auch mit einer schnelleren Festplatte ausstatten. Beide Punkte würden sich jedoch augenblicklich in der Wärmeentwicklung (in der jetzigen Konfiguration wird das D620 nicht einmal Handwarm) und der Akkuleistung widerspiegeln. Ein weiterer positiver Punkt: Durch die geringe Wärmeentwicklung läuft der Lüfter so gut wie nie. Lediglich während des integrierten Hardware-Test (in der Pre-Boot-Phase aktivierbar) lief er für wenige Sekunden voll (Lüftertest, Lüfter war gut hörbar) und gegen Ende des Tests mit minimaler Drehzahl (kaum herauszuhören). Im normalen Betrieb wird so also zumeist nur die Festplatte zu hören sein. Die 60 GB-SATA-HDD von Fujitsu ist jedoch mit ihrem leisen Drehzahlgeräusch kaum auffällig.

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Kommen wir zum Ende der "Bestandsaufnahme" auf das Thema Service zu sprechen. Der Service beginnt bei Dell schon vor dem Kauf, wo man sich nicht nur über eine kostenlose Hotline beraten lassen kann, sondern auch schon den einen oder anderen Euro gegenüber dem Onlinekauf herausschlagen kann.

Nach dem Kauf stehen dem Besitzer dann drei Jahre lang die Techniker zur Seite, die telefonisch rund um die Uhr (Business-Support) bzw. während der normalen Arbeitszeiten (Standard-Support) oder per E-Mail in unter 24 Stunden erreichbar sind. Sollte dennoch einmal ein Defekt auftreten, bietet Dell ebenfalls die vollen drei Jahre Vor-Ort-Service an, der je nach Schaden das defekte Teil austauscht oder direkt ein neues Notebook mit gleicher Ausstattung an die Tür liefert.

Als besonderes Extra sind die so genannten Complete-Care-Versicherungen erhältlich (ohne Mehrkosten, wenn man auf den standardmäßig im Preis enthaltenen Business-Support verzichtet) mit Unfall- und Diebstahlschutz, so dass innerhalb der drei Jahre bei Diebstahl oder Unfall (egal ob selbst verschuldet oder nicht) ein neues Notebook mit gleicher Ausstattung geliefert wird, anstatt eines obskuren Zeitwerts.

Abschließende Betrachtung

Kommen wir zu einem abschließenden Urteil: Das Latitude D620 ist ein wahr gewordener Traum. Es vereint komfortables Arbeiten mit sehr guter Portabilität. Hat man sich erst einmal an das Widescreen-Format des Displays gewöhnt, hält man ein Notebook ohne gravierende Mängel in den Händen. Lediglich der herausstehende Akku stört die Optik des ansonsten sehr schicken D620 ein wenig, doch bietet er neben der zusätzlichen Akkulaufzeit auch den praktischen Nutzen als Handballenablage (Und wen das nicht tröstet: Es besteht ja immer die Möglichkeit, statt des herausstehenden 9-Cell-Akkus die kleinere 6-Cell-Variante zu bestellen).

Leistungsmäßig bietet der T2300-CoreDuo-Prozessor von Intel einiges, ohne dabei mehr Leistung als die einkernigen Vorgängermodelle zu brauchen. Für gelegentliche Spiele wird die Intel-Grafik reichen, jedoch liegen die Stärken des D620 eindeutig woanders.

Wie viel Security man mag, bleibt dem Nutzer selbst überlassen. Mit den umfangreichen Maßnahmen bleiben die Daten aber sicher im Notebook und dank optionaler "Complete Care"-Diebstahlversicherung steht im Fall der Fälle innerhalb kürzester Zeit ein neues Notebook vor seinem Besitzer.

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Abschließend lässt sich sagen: Wer ein portables und dennoch bequemes Arbeitsgerät sucht, liegt mit dem Dell Latitude D620 goldrichtig. Die vielen Kleinigkeiten und die gute Verarbeitung machen das Notebook zu einem langlebigen Begleiter. Im Preis kann man wieder einmal die Zielgruppe erkennen, jedoch ist dieser Preis der Qualität und Leistung absolut angemessen und liegt noch ein Stück unter einem vergleichbaren Gerät von IBM/Lenovo.