Das Cube-Projekt
Doppelt hält besser: Passend zur Doppel-Optik des Cubes haben wir zwei getrennte Wasserkühlungs-Kreisläufe verbaut und so ziemlich alles mit Wasser gekühlt, was es zu kühlen gab.
Veröffentlicht am 04. April 2003 von Moritz.
Vorwort
Zunächst möchten wir uns bei unseren Sponsoren bedanken. Sie haben es uns überhaupt erst ermöglicht, eine so große Kühlung zu verbauen. Ein großes Dankeschön für die Unterstützung!
Zu den Sponsoren gehören einige in der Modding-Szene gut bekannten Firmen. Besonders bedanken möchten wir uns daher bei Low-Noise, Hardwareshop4u, aqua computer und CaseLight.
Achtung: Wir übernehmen keinerlei Haftung bei Verletzungen, Garantie für Funktionalität oder ähnliches, das beim Nachbau von den auf unserer Seite veröffentlichten Anleitungen auftritt.
Hinweis: Beim Nachbauen kann es nicht schaden, zu zweit zu arbeiten, vor allem bei Arbeiten mit größeren Werkzeugen wie etwa einer Stichsäge.
Das Case
Wir haben uns ein Yeong Yang-Case vorgenommen und einige interessante Sachen verbaut. Highlight ist die Wasserkühlung mit zwei unabhängigen Kreisläufen, einem für CPU und Grafikkarte und einem für die vier Festplatten. Zudem haben wir den Cube mit einem beleuchteten Window mit einer von uns selbst gravierten Spinne, einem Lasercut und einem Airbrush ausgestattet. Auch für das richtige Licht haben wir gesorgt. Viel Spaß beim Anschauen.
Zuerst einmal ein paar Fotos des unbearbeiteten "Würfels" von Yeong Yang:
Wie man sehen kann ist genug Platz vorhanden, um eine Menge Hardware und eine große Wasserkühlung zu verstauen. Dies haben wir natürlich ausgenutzt!
Auf der linken Seite werden wir einen Radiator mit zwei 120 mm-Papst-Lüftern verbauen. Die rechte Seite bietet viel Platz für eine Pumpe und die Aquadrives.
Hier ein Foto von einem Großteil der Komponenten, die wir verbaut haben. Unter anderem sind diese:
- drei Airplex Evo 240 mit passenden Docking-Modulen
- zwei Aquatube-Ausgleichsbehälter in Titan samt V2-Blende
- der CPU-Kühler Cuplex Evo Rev. 1.0
- der Grafikkartenkühler Twinplex
- vier 120 mm-Lüfter von Papst
- je eine Eheim 1046 und Eheim 1048 Wasserpumpe
- vier Aquadrive-Festplattenkühler
- und noch einiges mehr ...
Bearbeitung des Deckels
Zuerst haben wir den Deckel abgeklebt, damit er beim Bearbeiten keine hässlichen Kratzer abbekommt.
Danach ging es ans Anzeichnen. Hierzu lassen sich die Blenden für Aquatube und Airplex Evo 240 am besten als Schablone nutzen. Da wir den Deckel abgeklebt hatten, war ein normaler Edding gut zu erkennen. Arbeitet man jedoch auf einem nicht abgeklebten Deckel, empfiehlt es sich, einen Leuchtspurstift zu verwenden, da man die meisten Stifte auf dem meist dunklen Untergrund nicht sehr gut erkennt. Man sollte beim Anzeichnen sehr genau arbeiten und ruhig ein paar mal mit dem Zollstock nachmessen. So kann man ärgerliche Fehler vermeiden, die nachher nicht wieder zu korrigieren sind.
Kommen wir zu den Arbeitsschritten, die wir an dem Cube getätigt haben:
Zuerst die beiden Aquatubes, ...
... danach die Airplex-Blende ...
... und schon ist der Deckel bereit für die Bearbeitung.
Die Löcher für die Aquatubes haben wir mit einem Dremel ausgeschnitten. Wichtig dabei ist nicht, dass es schön aussieht, sondern dass nachher vor allem die Löcher für die Befestigung exakt gebohrt werden.
Es sieht auf den ersten Blick etwas grob aus, aber das ist dank der V2-Blende zu vernachlässigen. In dem linken Loch kann man den Festplattenkäfig erkennen, doch dazu später mehr.
Danach ging es ans Aussägen des Loches für die Airplexblende. Dazu eignet sich eine Stichsäge eher als ein Dremel, weil die Stichsäge wesentlich schneller arbeitet und man keine Kurven sägen muss (obwohl dies auch mit einer Stichsäge möglich wäre).
Zuerst werden die Bohrlöcher angekörnt, ...
... danach die Löcher gebohrt, damit man einen Anfangspunkt für die Stichsäge hat ...
... und schließlich kommt die Stichsäge zum Einsatz.
Danach werden die Löcher für Aquatubes und Airplexblende gebohrt.
Dabei sollte man darauf achten, dass man am etwa 1 mm Toleranz einplant, damit die Blenden keine Spannung im Deckel erzeugen.
Um Verletzungen mit scharfen Kanten vorzubeugen, werden die Ränder der Löcher mit einer Feile und/oder einem Rundschleifer entgratet und geschliffen.
Hier der fertige Deckel ohne und mit aufgelegten Blenden.
Als Problem stellte sich der Festplattenkäfig heraus, da dieser den Einbau des rechten Aquatubes verhinderte. Also musste der Dremel wieder her ...
... und so ist auch dieses Problem gelöst.
Die Eheim 1046
Als nächstes widmen wir uns der Eheim 1046, die den Kreislauf der vier Aquadrives versorgen soll.
Damit das Magnetfeld der Pumpe etwas abgeschirmt wird, haben wir sie auf eine V2-Platte geschraubt, welche danach in einen 5,25"-Schacht geschoben wird. Entkoppelt wird die Pumpe mit einem Entkopplungsset, das eine Übertragung der Vibrationen der Pumpe auf das Gehäuse verhindert.
Zuerst werden die Löcher in die Edelstahlplatte gebohrt ...
... dann das Entkopplungsset samt Pumpenhalterung montiert ...
... und letztendlich die Pumpe darauf befestigt werden:
So sieht sie eingebaut aus. Sie sitzt direkt unter dem rechten Aquatube in dem bearbeitetem Festplattenkäfig:
Der linke Airplex
Als nächstes war der Radiator auf der linken Seite fällig.
Wir haben die schon vorhandene Möglichkeit des Gehäuses genutzt, zwei 120 mm-Lüfter in der Front anzubringen.
Der Radiator wurde nur mit dem oberen Lüfter verschraubt, da die Befestigungsmöglichkeiten etwas zu weit auseinander lagen, um beide Lüfter mit dem Airplex zu verschrauben. Da der Radiator senkrecht angebracht ist, stellt dies kein Problem dar.
Dieser Airplex wird nachher für die Kühlung der Festplatten verantwortlich sein und von der Eheim 1046 mit Wasser versorgt.
Abschirmung Eheim 1048 und Dual-Airplex
Um die Festplatten vor dem Magnetfeld der Eheim 1048 auf der linken Seite zu schützen, haben wir eine zweite V2-Platte auf die linke Seite des Festplattenkäfigs geklebt. Dazu haben wir gewöhnlichen Pattex verwendet - die Platte hielt bombenfest!
Als nächstes machen wir uns an den Einbau des Dual-Airplex 240-Radiators. Die beiden Radiatoren werden mit sogenannten Docking-Modulen verbunden, wodurch die Abwärmeleistung gesteigert wird. Das Prinzip ist ähnlich eines Tunnels: Die Lüfter auf dem oberen Radiator saugen die Luft beider Radiatoren aus dem Gehäuse. Ein Nachteil ist allerdings, dass die warme Luft des unteren Radiators den oberen Radiator "kühlt". Trotzdem erreicht man mit dieser Variante eine bessere Abwärmeleistung und spart zwei Lüfter. Der Kreislauf wird von der Eheim 1048 versorgt und soll die CPU und die Grafikkarte kühlen.
Nun aber zum Zusammenbau der beiden Radiatoren mit den Docking-Modulen.
Als erstes werden die Docking-Module auf den unteren Airplex geschraubt und an den Seiten Dämmmaterial angebracht, damit die Luft nicht zur Seite abweicht.
Dann wird der zweite Airplex eingeschoben ...
... und an die Blende geschraubt.
Kabel der Pumpen verlegen
Die Kabel der Pumpen sind sehr störend, da sie nach außen verlegt werden müssen, sofern man keine Steckdose innerhalb des Gehäuses anbringen will. Meist bietet es sich an, die Kabel am Netzteil heraus zu führen. Dabei muss man nur die Netzteilblende bearbeiten, das eigentliche Gehäuse bleibt jedoch verschont.
Das Kabel der Eheim 1048 soll unten am Festplattenkäfig hindurch verlaufen, also muss ein kleines Stück herausgedremelt werden.
Die Kabel der beiden Pumpen wollen wir hinten aus dem Gehäuse herausführen. Also haben wir für zwei Kabel ein kleines Loch an der Netzteilblende herausgedremelt und die Kabel dort hindurch geführt.
Einbau der Kühler und Verschlauchung
Als erstes bauten wir den Cuplex Evo 1.0 und den Twinplex ein. Aus optischen Gründen haben wir keine Winkel benutzt. Der verwendete PUR-Schlauch erlaubt trotz seiner Festigkeit enge Biegeradien.
Anschließend wurden die vier Festplatten in die Aquadrives eingebaut und entsprechend verschlaucht und verkabelt. Die IDE-Kabel wurden durch den Mittelteil des Cubes zum Mainboard verlegt. Dass dies überhaupt möglich ist, gehört zu den großen Vorteilen dieses Gehäuses.
Window mit beleuchteter Gravur und LED-Leiste
Als nächstes haben wir uns das rechte Seitenelement vorgenommen. Wir hatten ein Window mit einer Spinnen-Gravur zur Verfügung, die rot beleuchtet werden soll.
Erster Schritt war wie immer das Abkleben der zu bearbeitenden Komponente, damit sie beim Bearbeiten nicht zerkratzt.
Danach haben wir den auszusägenden Teil mit einem Stift angezeichnet, Bohrungen für die Stichsäge gemacht und schließlich das ganze mit der Stichsäge ausgeschnitten. Auch hierbei sollte das Entgraten nicht vergessen werden.
Um das Window zu befestigen, haben wir V2-Inbusschrauben verwendet, denn Schrauben halten meist besser als Heißkleber oder Silikon. Zudem sehen sie ziemlich schick aus, aber das ist wie so vieles eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Damit die Bohrungen für das Plexiglas auch exakt gelingen, haben wir es abgeklebt und dann unter dem Seitenteil festgeklebt. Achtung: Auch hierbei sollte man das Plexiglas abkleben, aber nicht mit Tesa-Krepp! Diesen Fehler haben wir gemacht: Leider hat das Tesa-Krepp viele Kratzer auf dem Plexiglas hinterlassen und war zudem sehr schwer zu entfernen.
Um die Gravur gut zur Geltung kommen zu lassen, haben wir uns für rote LEDs zur Beleuchtung entschieden. Unser Plexiglas hatte eine Stärke von 5 mm, also haben wir LEDs mit 3 mm Durchmesser eingesetzt.
Zuerst muss man vorsichtig die Löcher in die Seite des Plexiglases bohren. Achtung: Hierbei rutscht man schnell ab! Vorzugsweise zu zweit arbeiten oder das Plexiglas vorsichtig in eine Werkbank einspannen. Die LEDs werden eingesetzt und mit Heißkleber fixiert. Die Verkabelung haben wir ebenfalls mit Heißkleber befestigt und an einen 4-poligen Molex-Stecker gelötet.
Im Dunkeln kommt die Beleuchtung dann richtig zur Geltung.
Die LED-Leiste an der Front des Cubes ist sicherlich ein Highlight des Gehäuses, auch wenn nur wenige die immerhin 16(!) LEDs wirklich ausnutzen. Wir haben uns entschieden, die 15 LEDs, die normalerweise für die Festplattenanzeige zuständig sind, als Status-LED-Leiste zu nutzen und nur eine LED für die Festplattenaktivität zu verwenden. Die HDD-LED haben wir direkt angeschlossen, die 15 Status-LEDs dagegen ans Netzteil. Auf den Fotos sind man zuerst die unveränderte LED-Leiste und danach, was alles neu gelötet werden musste.
Bilder des fertigen Gehäuses
Kommen wir jetzt zu den Leckerbissen, den Fotos. Hierzu muss man nicht mehr viel sagen, viel Spaß beim Angucken des Produktes der gesamten Arbeit. Ein Fazit folgt.
Fazit
Wir hoffen, das Cube-Projekt hat euch gefallen. Es war das erste Projekt unserer neuen Website. Wir hoffen, in der Zukunft weitere Projekte realisieren zu können.
Nochmal ein großes Dankeschön an unsere Sponsoren, die uns sehr unterstützt haben:
Wir hoffen, dass Anschauen hat Spaß gebracht und wir dürfen euch bald wieder auf unserer Seite als Besucher begrüßen.




